DKidS-Projektwoche am GSV Gemeinde Nettersheim vom 07. bis 11. September 2026
Eine Woche lang stand bei 384 Kindern in Zingsheim und Marmagen nicht Unterricht im Mittelpunkt, sondern die Frage: Wie wollen wir miteinander sein? Wie können wir als Gruppe gut zusammenhalten? Und was braucht jeder Einzelne, damit sich alle sicher und angenommen fühlen?
Das Projekt DKidS – „Die Klasse ist der Star“ geht auf den von der Solinger Schulpsychologin Katrin Aydeniz entwickelten Ansatz zurück, den das Team des GSV Nettersheim seit 2024 kontinuierlich verfolgt. Ziel ist es, die Klassengemeinschaft und das Zugehörigkeitsgefühl der Kinder zu stärken. Denn bevor gemeinsames Lernen gelingen kann, braucht es eine Gemeinschaft, in der Kinder sich sicher fühlen, einander zuhören, Verantwortung übernehmen und erleben: Ich bin wichtig – und ich kann etwas für andere tun.
Gemeinsam etwas schaffen
In Zingsheim und Marmagen konnten die Kinder in ganz unterschiedlichen Situationen erfahren, was Gemeinschaft bedeutet. Sie bauten Tipis, schlugen Brücken, gestalteten Wohnungen für Kellerasseln und unterschiedlichste Verkaufsstände, errichteten ein eigenes Knochenmuseum und balancierten über die Slackline. Dabei ging es nie nur darum, am Ende ein fertiges Bauwerk oder eine schöne Ausstellung vorweisen zu können.
Viel wichtiger waren die Wege dorthin: Wer übernimmt welche Aufgabe? Wer hat eine Idee? Wer braucht Unterstützung? Was machen wir, wenn etwas nicht sofort funktioniert? Und wie gehen wir damit um, wenn die eigene Vorstellung einmal nicht mit der der anderen übereinstimmt?
So wurde aus dem gemeinsamen Tun ein großes Lernfeld für soziale Kompetenzen.
Frustration aushalten und Hilfe annehmen
Eine wichtige Erfahrung der Woche war auch, dass Gemeinschaft nicht bedeutet, dass immer alles einfach und harmonisch ist. Kinder mussten Frustrationen aushalten, Rückschläge erleben und manchmal einen neuen Versuch starten. Sie mussten lernen, Hilfe anzunehmen, aber ebenso, anderen Hilfe anzubieten.
Gerade in diesen Situationen wird deutlich, welche Bedeutung eine gute Gruppengemeinschaft hat. Selten greift eine erwachsene Person ein. Vielmehr werden die Kinder ermutigt, selbst Lösungen zu finden, miteinander ins Gespräch zu kommen und Verantwortung zu übernehmen.
Damit knüpft die Projektwoche an einen zentralen Gedanken des DKidS-Ansatzes an: Kinder sollen erleben, dass sie als Gemeinschaft handlungsfähig sind und nicht für jedes Problem eine Lösung von außen benötigen. Lehrkräfte begleiten diesen Prozess, beobachten, geben Impulse und unterstützen die Kinder dabei, eigene Lösungen zu entwickeln.
Reden, zuhören, verstehen
Neben den praktischen Aufgaben hatten auch Gruppengespräche einen festen Platz in der Projektwoche. Was ist heute gut gelaufen? Was war schwierig? Wer hat sich wohlgefühlt? Wo gab es Streit oder Unsicherheit? Was brauchen wir voneinander?
Solche Gespräche schaffen Raum für die Kinder, ihre Erlebnisse und Gefühle miteinander zu teilen. Gleichzeitig lernen sie, zuzuhören, andere Sichtweisen auszuhalten und die eigenen Bedürfnisse auszudrücken.
Damit wird ein weiterer wichtiger Baustein von DKidS sichtbar: Eine gute Gemeinschaft entsteht nicht von allein. Sie braucht Zeit, Aufmerksamkeit und vor allem eine Gesprächskultur, in der sich Menschen trauen, offen miteinander zu sprechen. Katrin Aydeniz beschreibt dies als psychologische Sicherheit – das Gefühl, dazuzugehören, anerkannt und geschützt zu sein und sich äußern zu können, ohne Angst vor Abwertung oder Ausgrenzung haben zu müssen.
Die Klasse als Gemeinschaft
Für die Kinder bedeutete die Woche deshalb weit mehr als eine besondere Schulwoche mit außergewöhnlichen Aktivitäten. Sie konnten erfahren, dass jede und jeder Einzelne zum Gelingen einer Gruppe beiträgt.
Verantwortung übernehmen.
Frustrationen aushalten.
Hilfe geben.
Hilfe annehmen.
Zuhören.
Mut machen.
Gemeinsam Lösungen finden.
Und vor allem: füreinander da sein.
Auch die Erwachsenen erhielten während der Projektwoche wertvolle Einblicke in die Dynamik der Gruppen. Denn wenn Kinder Gelegenheit bekommen, sich in offenen und herausfordernden Situationen zu erleben, werden Stärken, Bedürfnisse, Rollen und Beziehungen innerhalb einer Gruppe sichtbar.
Was bleibt?
Mit dem Ende der DKidS-Woche endet der Gedanke von „Die Klasse ist der Star“ am GSV Gemeinde Nettersheim natürlich nicht. Die Erfahrungen aus den gemeinsamen Tagen werden in den Schulalltag hineinwirken.
Denn Gemeinschaft entsteht nicht durch eine einzelne Projektwoche. Sie wächst jeden Tag aufs Neue – auf dem Schulhof, im Klassenraum, bei gemeinsamen Aufgaben, im Streit, beim Spielen und beim Lernen.
Die DKidS-Woche hat den Kindern dafür viele gemeinsame Erfahrungen mitgegeben. Erfahrungen, die zeigen: Wir müssen nicht alle gleich sein, um zusammenzugehören. Wir können unterschiedlich sein und trotzdem gemeinsam stark sein.
Oder, um es mit dem Grundgedanken des Projektes zu sagen: Nicht der Einzelne ist der Star – die Klasse ist der Star.
Der GSV Gemeinde Nettersheim bedankt sich bei allen, die diese besondere Woche vorbereitet, begleitet und mitgestaltet haben. Ein besonderer Dank gilt den Kindern, die sich auf neue Herausforderungen eingelassen, einander unterstützt und gezeigt haben, wie viel Kraft in einer guten Gemeinschaft steckt.













