Freilichtmuseum Kommern – Schule vor 100 Jahren

Hallo! Wir, die Klasse 4c berichten wieder über einen Ausflug. Diesmal ging es nach Kommern ins Freilichtmuseum. Dort bekam jeder einen Erkundungsbogen mit verschiedenen Fragen, wie zum Beispiel: Weißt du, was ein Schmied macht? Es gab aber auch freiwillige Aufgaben. Davor stand ein Sternchen.*Was macht ein Imker?

Es ging um ein Dorf. Es gab ein Imkerhaus, eine Schmiede und viele andere Gebäude, die man erkunden konnte. Wir durften auch in die Handlung, den kleinen Tante-Emma-Laden. Haltet euch fest! Da gab es: Süßes, Porzellan, Süßes, Stifteverlängerer, Süßes, andere Schulsachen und Süßes! Jeder durfte sich drei Euro mitbringen. Davon konnte man sich viel kaufen, weil alles sehr günstig war. Nachdem wir im Museum auch die alte Schule angeschaut hatten, sind wir mit dem Bus nach Hause zurück gefahren. Es war toll!

Übrigens, den Fragebogen haben wir zusammen mit der ganzen Klasse ein paar Tage später kontrolliert.

von Jona und Jonas

Als erstes waren wir in einem Raum des Museums. Da hat unsere Lehrerin uns erzählt, wie die Menschen vor 100 Jahren gelebt haben. Zum Beispiel, dass sie nur 3 -4mal die Wäsche gewaschen haben. Man trug immer dunkle Kleidung, damit der Schmutz nicht so gut zu sehen ist. Die Ferien hießen früher: Kartoffelferien, Heuferien und Getreideferien. Die Kinder hatten nur Ferien, um ihren Eltern beim Arbeiten zu helfen. Bei einer großen Familie mit vielen Kindern bekommt immer das älteste Kind neue Kleidung. Die kleineren Kinder bekamen immer die Sachen von den Großen.

Wir haben 4 wichtige Regeln von unserer Lehrerin gelernt:

  1. Niemand redet ungefragt.
  2. Immer blank geputzt und rein muss die Schiefertafel sein.
  3. Jeder Schüler muss sich mindestens einmal am Tag die Hände, das Gesicht und den Hals mit Seife waschen.
  4. Erst setzen, wenn die Lehrerin es sagt.

Außerdem mussten wir die Lehrerin mit „ Fräulein“ anreden, weil früher Lehrerinnen nicht heiraten durften. Wenn man etwas sagen wollte, musste man aufstehen. Befolgte man die Regeln nicht, gab es Strafen: Zuerst wurde man ausgeschimpft, dann musste man  in die Ecke. Wenn das nicht genügte, durfte die Lehrerin Ohrfeigen verteilen, Ohren langziehen und mit dem Stock schlagen. Die Mädchen wurden auf die Handflächen geschlagen, während ein Kind die Hände festhielt, damit sie die nicht wegziehen konnten. Die Jungen wurden auf den Rücken oder auf den Po geschlagen.

Als wir dann in der Schule angekommen waren, haben wir uns zu dritt in die Bänke gesetzt. Wir haben mit dem Unterricht begonnen, als es leise war. Unsere Lehrerin (Fräulein) hat immer „Spiel“ dazu gesagt. Anstatt „Plus“ sollten wir „und“ sagen und anstatt „Minus“ sollten wir „weniger“ sagen. Wir durften nicht „gleich“ sagen sondern „ist“. Also zuerst haben wir gerechnet. „Mathematik“ zu sagen war auch verboten, weil wir nur deutsche Sachen sagen durften. Zuerst haben wir die 5er-Reihe vorwärts und rückwärts gesagt. Danach haben wir Plus und Minus an der Rechenmaschine gerechnet. In Deutsch haben wir die alte Schrift (Sütterlin) gelernt. Das waren die Buchstaben i, n, e und u. Dazu haben wir noch Silben und Wörter geschrieben (mit den Buchstaben). Wir haben alles auf der Schiefertafel gemacht. Zum Schluss haben wir die 1. Strophe vom Kaiser-Lied gesungen: „Der Kaiser ist ein lieber Mann und wohnet in Berlin. Und wär das nicht so weit von hier, dann ging ich heut noch hin.“

von Anna, Eva, Rebekka und Linus